good mum & bad mum – das Essen

learntower1Im Nebensatz hörst du sie dann nochmal ausdrücklich erwähnen, dass ihr Mini-Menschen-Kind, das übrigens genauso alt wie deines, ja wirklich alles esse. „Ich muss gleich noch schnell das Gemüse-Ratatouille für das Mittagessen vorbereiten. Da gibt es noch einiges zu schnibbeln für uns, nicht wahr Konstantin? Du hilfst der Mama doch immer so gerne beim Kochen. Zucchini, Aubergine, Paprikaschoten und Tomaten müssen wir jetzt auch noch gleich auf dem Markt kaufen. Regional, saisonal und in bio ist es am leckersten.“ Das Internet ist auch voll mit „good mums“, die gerne erzählen, dass ihre Kinder ganz problemlos alles essen und gerne mögen – eben auch Obst und Gemüse in allen Farben, Formen und Variationen. Und dann zweifelst du vielleicht an dir oder sogar an deinem Nachwuchs. Vielen Eltern geht es nämlich gar nicht so und denen, die mit den Ernährungsgewohnheiten ihrer Kinder überall hausieren gehen, wahrscheinlich erst recht nicht. Glaube ich zumindestens. Die meisten Eltern verzweifeln eher, weil ihr Mini-Menschen -Kind ab einem gewissen Alter lalatz2kaum noch Obst und vor allem Gemüse zu sich nehmen will. Was mit dem Gemüsebrei vor dem ersten Geburtstag oder mit der Einführung des Fingerfood und dem Mitessen am Familientisch super geklappt hat, will dann plötzlich gar nicht mehr gehen. Da ist man vielleicht froh, wenn’s ein Quetschte sein darf.

Spinat? Bah! Broccoli? Ihh. Schlangengurke? Nein, die glibbern so! Vor allem in der frühkindlichen Autonomiephase kann es durchaus mal sein, dass das Mini-Menschen-Kind auf einmal viele Nahrungsmittel verweigert und im schlimmsten Fall wochenlang nur trockene Nudeln essen möchte. Und Toast. Vielleicht mit Marmelade. Und dabei haben wir Eltern selbst doch eigentlich recht ausgewogene Essensgewohnheiten, tischen täglich Obst und Gemüse in verschiedenen Variationen auf, futtern es selbst, richten es liebevoll und fantasievoll an, füllen die Frühstücksdosen für KiTa oder Schule damit und haben uns also über unsere Rolle und Vorbildfunktion ernsthaft Gedanken gemacht. Toll. Sich wochenlang anzusehen, wie sich das Kind selektiv ernährt fällt allen Eltern nicht so leicht. Omas übrigens noch viel weniger. Neulich wollte meine Mama unserer Frieda sogar zum (wohlgemerkt 2.) Frühstück unbedingt ein Brot „andrehen“, weil sie lediglich Blaubeeren futterte und in ihren Augen in der kurzen Zeit „noch nichts Vernünftiges“ zu sich genommen hatte. Alles nur gut gemeint, klar. Guido und ich gehen bisher aber noch sehr entspannt und gelassen mit den schnell wechselnden Vorlieben unseres Mini-Menschen-Mädchens um. Nun gut, zugegeben.  Bei unserer Frieda ist es noch nicht ganz soweit. Wir hatten bis jetzt noch keine wirklich langanhaltenden Phasen, in denen wir lediglich Nudeln auftischen kita2durften. An manchen Tag isst unsere Frieda aber auch mal nichts Warmes, sondern entscheidet sich zum dritten Mal am Tag für Haferflocken oder für ein Brot mit Frischkäse. Wir werden da nicht unruhig und haben nicht das Gefühl, dass unsere Tochter unbedingt noch etwas Warmes und somit „Vernünftiges“ im Bauch haben muss. Wir glauben, dass sich alle unsere Mini-Menschen über kurz oder lang die Nährstoffe holen, die sie gerade benötigen. Und ohnehin essen viele Kleinkinder im Vergleich zu Säuglingen ja auch viel mäkeliger und „schlechter“, weil sie all‘ ihre Babyspeck-Vorräte aufbrauchen. Vertrauen ist da doch die Devise, denn Kinder haben noch das natürliche, ausgewogene und gesunde Essverhalten, das viele Erwachsene ja leider verloren haben. Machen wir es ihnen nicht auch noch durch Zwang kaputt. Ich hab‘ mal gesehen, dass es sic lohne, hartnäckig zu bleiben. Es sei nämlich sehr wahrscheinlich, dass Babys und Kleinkindern ein Nahrungsmittel schmecke, wenn sie es nur oft genug probiert haben. Oh, je! Das käme für uns niemals in Frage.

Wir wollen unser Mini-Menschen-Mädchen jedenfalls niemals drängen und von ihr verlangen etwas zu essen, was sie nicht mag, nur weil es gesund ist. Wir wollen ihr weiterhin eine ausgewogene Ernährung anbieten, diese Ernährung auch weitestgehend selbst leben und ihr diese somit vorleben. Was und wie viel sie aber essen möchte, soll sie immer selbst entscheiden dürfen. Dafür werde ich immer einstehen und unserer Frieda den nötigen Rückhalt geben. Auch wenn irgendwann von irgendwem mal blöde Kommentare kommen sollten. Bei uns wird nicht silisqueeze3gegessen, was auf den Tisch kommt. Und allen Mamas, die so glücklich sind, weil ihr Kind ein absoluter Allesesser ist und sowieso Gemüse und Obst so sehr liebt, sei gesagt: Freut euch darüber, teilt gerne euer Glück. Wir tun es ja auch, wenn unser Mini-Menschen-Mädchen gerne ausgewogen-gesund futtert. Wir freuen uns dann auch mit euch und für euch. Aber es ist nicht unbedingt ein Maßstab dafür, dass ihr „good mums“ das mit der Ernährungserziehung und der Vorbildfunktion richtig gemacht habt, die „bad mums“ der eher mäkeliger Esser hingegen aber falsch. Bei ähnlichen Lebensweisen ist es nämlich immer auch noch eine Typfrage. Während das eine Kind gerne viel, alles und vor allem gesund isst, pickt das Nächste wie ein kleines Vögelchen im Salat, isst wenig oder eben nur ausgewählte Nahrungsmittel. Wer noch mehr Gedanken von mir über und zur Ernährung lesen will, der klickt sich rüber zu „Liebling, ich blogge – jetzt„. Dort schrieb ich vor einiger Zeit in einem Gastbeitrag vor allem über meine eigenen Schwierigkeiten mit der ausgewogenen-gesunden Ernährung. Sehr persönlich und sehr ehrlich.

Nun sagt ihr aber mal. Seid ihr eine „Good mum“ oder eine „bad mum“? Sind eure Kinder Allesfutterer und Allesprobierer oder essen sie eher mäkelig und manchmal wochenlang das Gleiche?