mit dem zelt in der natur

REISEBERICHT Guido und ich sind schon immer echte Outdoor-Fans. Nein, kein Mobile-Home oder ein Wohnwagen. Wir mögen es so richtig nah dran und drin in der Natur. Vor der Geburt unseres kleinen Mini-Menschen-Mädchens haben wir oft gezeltet. In den ersten zwei Lebensjahren unserer Frieda haben wir dann zwar immer mal wieder über das Zelten auf einem Campingplatz im Grünen gesprochen, aber irgendwie waren wir uns beide einig, dass es uns mit einem sehr kleinem Kind einfach zu heftig ist. Vor fast einem Jahr erzählte ich von: „Urlaub, aber bitte spießig!„Frieda ist inzwischen 2 1/2 Jahre und sie beginnt sich so langsam für Naturphänomene und Tiere zu interessieren. Außerdem ist sie auch sonst zu einem ein- und vor allem durchschlafendem Kleinkind geworden. Am verlängerten Fronleichnam-Wochenende im Juni haben wir dann tatsächlich unseren ersten Zelt-Kurzurlaub unternommen und sind alle einfach restlos begeistert. Es war so wunder-wunder-wunderschön, dass wir am liebsten direkt zwei Wochen oder noch länger geblieben wären.

Unser Ziel war ein wirklich idyllischer und wunderschön gelegener Campingplatz in den belgischen Ardennen – Camping de la Semois. Dort waren Guido und ich mit unserer Hundedame Grete vor genau 6 Jahren bereits einmal und waren schon damals so ganz hin und weg von dieser atemberaubenden Natur. Der Platz liegt direkt an der Semois, einem superschönen Fluss, in dem man nicht nur Kanu fahren, sondern bei sommerlichen Temperaturen sogar schwimmen kann. Neben der großen Spielwiese grasen die belgischen Rinder, die echt sehr anders aussehen als unsere typischen Kühe und direkt am Platz ist auch ein märchenhafter, verwunschener Fichtenwald. Verstecken spielen, Fangen, Fundstücke für die Schatzkiste sammeln, in der Hängematte chillen und einen Haufen vierblättriger Kleeblätter finden sind nur ein paar der vielen Aktivitäten, zu denen der kleine Wald einlädt. Natürlich hatten wir auch eine kleine Tasche mit Spiel- und Malzeug mit, viel genutzt hat unsere Frieda ihre Sachen allerdings nicht. Die Natur zu entdecken und erleben war viel spannender. Dem Vogelgezwitscher von mindestens 15 verschiedenen Vögeln gleichzeitig lauschen. Quakende Frösche am Fluss sehen und hören, kleine Fische beobachten, die an unseren nackten Füßen im Fluss vorbei huschte. Festgestellt, dass die Gänseblümchen abends ihre Köpfe schließen und sie wieder öffnen, sobald die wärmende Sonne durch die Wolken blickt. Eine Entenfamilie aus nächster Nähe ansehen. Und mal ganz abgesehen von dem ganzen Krabbelzeug, das unserem Mini-Menschen-Mädchen allerdings nicht immer ganz so geheuer war. Super spannend war ebenfalls das Kochen auf offener Flamme und plötzlich wollte Frieda sogar abends freiwillig im Duschhaus duschen. Das Outdoorleben scheint sie wirklich in den Genen zu haben. Nach Hause wollte sie jedenfalls so schnell erstmal nicht.

Das riesige Campingplatz-Klettergerüst war auch nicht von schlechten Eltern und Sand zum Buddeln und Spielen gab’ es auch genug. Roller und Kettcars stehen frei zum herumdösen auf dem Platz. Die kleinen Orte und auch die nächst größere Stadt Florenville muten sehr idyllisch an. Viele davon haben ein kleines Château und einen zauberschönen Blick auf das Tal der Semois. Guido hat mit seinem Mountainbike die ein oder andere schöne, bergige Tour unternommen während Grete, Frieda und ich uns am Campingplatz in der Semois die Füßchen kühlten.

Selten haben wir in einem Urlaub so viel und intensiv entschleunigt. Wirklich. Wir haben ganz viel „Nichts“ gemacht. Das war Entspannung pur mitten in der Natur. Wir sind morgens aufgestanden und haben noch gut zwei Stunden im Schlafi oder in der Jogginghose abgehangen. Wir haben gespielt und getobt, Blümchen gesammelt, gesungen und gelacht. Frieda hat unfassbar viele Fragen gestellt und hat die Natur richtig be-griffen. Wir haben gelesen und fotografiert und kaum einen Augenblick unser Handy herausgeholt, um unsere Mails oder Facebook zu ckecken. Das übrigens nicht, weil wir es uns vorgenommen hätten, sondern weil wir so mit uns und unserer intensiven Familienzeit im, am und um unser Zelt herum beschäftigt waren, dass wir einfach kaum daran gedacht haben. Für uns steht fest, dass wir auf jeden Fall ganz bald wieder Urlaub im Zelt machen wollen. Wir freuen uns schon darauf und planen im Kopf schon, wohin wir unseren nächsten Outdoorurlaub unternehmen können und wollen. Wer Zelten in der Natur nicht per se von Vorhinein ablehnt, der sollte sich mit Kleinkind echt einmal heranwagen. In unseren Augen gibt es  einfach nichts aufregenderes, tolleres, natürlicheres, spannenderes, besonderes, atemberaubenderes und entspannteres.

Neben den normalen Accessoires für das ritualisierte Einschlafzeremoniell (bei uns: Schmusepuppe Conni, Frieda-Kissen, Sternchendecke,  Eulenlampe und etliche Conni-Bücher), der Standardausrüstung (Kocher, Töpfe, Besteck, Gaslampe, Picknickdecke, Spülschüssel, Kühltasche, Wäscheleine und und und), Sonnenschutz/-creme für Kinder waren für uns vor allem für unsere Frieda unabdingbar:

  • hochwertiger Outdoor-Schlafsack für Kinder, denn nachts war es so richtig kalt
  • hochwertige, dicke Isomatten und ein Spannbetttuch, das unsere Matten zusammenhält
  • Organizer, damit man die 12 wichtigsten Utensilien immer sofort parat hat
  • Mückenschutz-Chip-Armband

Wer eine ziemlich gute Packliste lesen möchte, klickt sich auf unser Pinterest-Urlaubsboard. HIER habe ich nämlich einen für uns nützlichen Link angespannt.

Outdoor mit Kleinkind. Für uns ein echtes Highlight. Wir überlegen nun schon, wann wir wieder unsere sieben Sachen packen und unser Zelt in der „Wildnis“ aufschlagen können. Nun geht’s aber für uns erstmal ganz bald in ein Ferienhaus nach Dänemark. Wir lieben es einfach unterwegs zu sein und genießen jeden kleinen Augenblick miteinander.

Ach, Urlaub ist einfach so toll. Erzählt mal… Zelten – lieben oder hassen? Seid ihr Outdoor-Freunde oder bevorzugt ihr im Urlaub feste vier Wände um euch herum – so ganz ohne Krabbelzeugs. Zelt, Wohnwagen, Mobilhome, Ferienhaus? Welche Länder habt ihr mit euren Kindern gesehen oder bereist ihr am liebsten? Super warm oder eher wechselhaft-kühl?

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