ratgeber zum kita-start (U3)

Kita-start1REZENSION Bei uns ist der Start in die U3-Gruppe der Kita schon wieder echt lange her. Zumindestens fühlt es sich wie eine halbe Ewigkeit an. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt schon so viel über Beziehung, Bindung und bedürfnisorientierte Begleitung gewusst wie heute, hätte ich bestimmt manches anders gemacht. Ich glaube, ich lag mit meinem Bauchgefühl und meiner Einschätzung unseres sehr empfindsamen Mädchens zwar nie so richtig daneben, aber man lernt ja schließlich immer dazu und entwickelt sich weiter. Das ist auch ganz wunderbar. Hätte ich vor 2 Jahren, als wir uns schon langsam mal näher mit dem Thema Betreuung auseinandergesetzt haben, einen  kompakten Ratgeber gehabt, wäre sicherlich vieles klarer gewesen. Den wirklich sehr umfangreichen Praxisratgeber „Unser Kind kommt in die Krippe – Was Eltern jetzt wissen müssen“ aus dem Bananenblau-Verlag hätte es gerne bei unserem Kita-Start bereits geben dürfen.

Kita-Start mit hintergrundwissen

Kita-start2Eine richtige Auswahl an KiTa hatten wir hier in Köln leider nicht wirklich, denn bis „kurz vor knapp“ hatten wir für unsere Frieda gar keinen Platz in Aussicht. Wir nahmen was kam und hatten es dann gut getroffen – zum Glück! Genau mit diesem wichtigen Punkt startet jedoch „Mein Kind kommt in die Krippe“. Es stellt unterschiedliche Krippenformen und -konzepte mit ihren Vor- und Nachteilen gegenüber und bietet dem Leser so eine wirklich tolle Übersicht. Spannend sind dann auch die gehaltvollen Informationen über Anmeldung, Aufnahmegespräch, Schnupperstunden und die Eingewöhnung. Hier merkt man auch deutlich, dass die beiden Autoren Antje Bostelmann und Michael Fink mit großem Know-How und Berufserfahrung auftrumpfen können. Im vorliegenden Buch werden typische Tagesabläufe einer U3-Gruppe und die Bedeutung von Routinen und Ritualen vorgestellt. Weitere Themen wie Mittagessen, Mittagsschlaf, Zähneputzen, unterschiedliche Spielformen und kreative Förderangebote ergänzen dieses Kapitel. Ein großer Teil ist den typischen Alltagssituationen gewidmet, mit denen Eltern rechnen sollten. Dazu gibt es dann mögliche Lösungsvorschläge, auf welchen Wegen man sein Kind im Krippenalltag gut begleiten kann. Wer die KiTa gerne mitgestalten möchte, dem sei unbedingt alles rund um die „gegenseitige Unterstützung“ ans Herz gelegt. Hier erfährt der Leser noch einiges über die Aufgaben der Elternvertreter und erhält Ideen, wie man mit Konflikten und Kritik umgehen könnte. Am Ende eines jeden Kapitels sind nochmal alle wichtigen Punkte zusammengefasst, so kann man das Buch auch als Nachschlagewerk benutzen. Der Bananenblau-Verlag ist übrigens in erster Linie ein Praxisverlag für PädagogInnen, der jedoch auch zunehmend mehr Literatur für interessierte Eltern verlegt. Die Praxisratgeber holen Eltern da ab, wo sie stehen. Für mich ein recht gelungenes Buch mit den wichtigsten Informationen, die man zum Krippenstart braucht. Falls du einmal reinlesen möchtest >>Blick ins Buch<<.

geglückte Beziehungen, aber wie?

Klitzekleiner und doch für mich sehr bedeutungsvoller Kritikpunkt meinerseits: In „Unser Kind kommt in die Krippe – Was Eltern jetzt wissen müssen“ wird mir etwas zu wenig auf die unterschiedlichen Wesen unserer Mini-Menschen-Kinder eingegangen. Für mich klingen die Tipps an manchen Stellen leider zu pauschal und zu wenig individuell. Eine bindungs- und beziehungsorientierte Vorgehensweise, die vielen von uns Eltern ja sehr entspricht, wird nur in einigen Abschnitten einzelner Kapitel eingebracht. Natürlich ist dies kein Beziehungsratgeber,  aber dennoch sollten gerade die möglichen emotionalen Knackpunkte in Trennungssituationen für mich noch mehr in den Fokus gerückt werden.   Das sind ja genau die Situationen, die uns Eltern besonders schwer fallen. >>Kleine Kinder leben von geglückten Beziehungen, denn ihre Bildung schöpfen sie zunächst aus einem reichen Alltag mit verlässlichen Menschen. Dieses Buch zeigt, worauf es ankommt.<< sagt Dr. Herbert Reiz-Polster zu diesem Buch. Völlig vernachlässigt wird dann aber in meinen Augen, wie diese geglückten Beziehungen dann auch in schwierigen Alltagssituationen in der KiTa zu einer tragenden Säule für alle werden können. Gerade Eltern mit sehr empfindsamen Kindern, die z.B. oft eine längere Zeit für eine Eingewöhnung brauchen oder noch einige andere Besonderheiten mitbringen, könnten hier das Gefühl bekommen, nicht richtig zu sein, gar nicht ins System Krippe zu passen oder „einfach noch nicht so weit“ zu sein. Das finde ich sehr schade.

[Der Praxisratgeber wurde uns von Bananenblau zur Verfügung gestellt.]

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