fieber beim kind – was tun?


fieber1ALLTAGSGESCHICHTE
 Wahrscheinlich hast du ja mitbekommen, dass unsere Frieda vor den Weihnachtstagen so richtig heftig krank wurde. So krank war sie (glaube ich) noch niemals zuvor. Als ich am Donnerstag Nachmittag von der Schule nach Hause kam, sah ich schon ihre glasigen, kränklichen Augen. Guido hatte sie, wie immer donnerstags, aus der KiTa abgeholt und beschrieb die 2 Stündchen bis zu meiner Ankunft als ganz normal. Kurze Zeit später kippte sie aber schon „aus den Latschen“, kuschelte sich auf dem Sofa in meinen Arm und schlief  bei einem unserer neuen Conni-Bücher einfach ein. Relativ schnell stieg dann auch ihre Körpertemperatur und sie begann zu schwitzen – Fieber. Bis auf ein kleines bißchen Husten und Schnupfen, den sie aber nun schon ein paar Tage länger mit sich rumschleppte, waren keine andere Symptome vorhanden. Frieda schlief und schlief. Natürlich ließen wir sie schlafen, ist Schlaf ja bekanntlich die beste Medizin. Irgendwann trugen wir sie vom Sofa ins Bett, wo die Nacht dann heiß und unruhig war.

Fieber ist der kampf des körpers

fieber4Fieber ist ja bekanntlich keine Krankheit, sondern ein Schutzmechanismus des Körpers. Eine Infektion mit Bakterien oder Viren macht sich im Körper breit und das Fieber ist so etwas wie eine natürlich Abwehr. Höhere Körpertemperaturen sind also per se erstmal gut, denn so hilft der Körper sich selbst. Super Sache! Fieber ist aber eben nicht absolut, sondern schwankt auch gerne mal. Außerdem sind wir alle unterschiedlich, so sind es unsere Mini-Menschen-Kinder eben auch. Manche fiebern heftig hoch, andere moderater und dafür vielleicht länger. Zusätzlich zur gemessenen Körpertemperatur gibt es noch ein paar andere Faktoren, die eine Rolle spielen. Wie ist die allgemeine Verfassung? Ist das Kind stets ansprechbar und trinkt ausreichend? Ein Kind hängt bei 38,5°C bereits in den Seilen, andere bei 39°C noch munter. Die Seite kindergesundheit-info.de war für mich übrigens sehr hilfreich und hat eine tolle, beruhigende Übersicht zusammengestellt. Dort entdeckte ich dann auch den Hinweis, dass es bei Frieda tatsächlich das 3-Tage-Fieber sein könnte. Seit heute hat Frieda dann auch tatsächlich leichten Ausschlag am Oberkörper.

zu Fiebersenkenden Mitteln greifen?

fieber2Die Frage, wann wir denn zu fiebersenkenden Mitteln greifen sollten, kreiste natürlich die ganze Zeit in meinem Kopf. Mit Medikamenten gehe ich eher sparsam und sehr behutsam um, informiere mich eher dreimal mehr und wäge fünfmal ab. Diesmal machte sich in mir aber eine totale Unsicherheit breit und auch Guido wusste nicht wirklich weiter. Diese Unsicherheit haben viele Eltern, wenn das Kind hohes Fieber hat. Wann lässt man das Kind ausfiebern, weil es eben eine ganz natürliche Reaktion ist und wann gibt man doch lieber ein Zäpfchen oder den fiebersenkenden Saft? Puh! Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus. Ich wollte ihr helfen.  Ich wollte das Fieber in den Griff bekommen. Mir schien das auf einmal doch alles zu gefährlich. Eine Messung mit dem Ohrthermometer ergab zwischenzeitlich 39.8°C und wir griffen zum Fiebersaft. Keine halbe Stunde später war unsere Frieda fit und das Fieber vergessen. Die Rechnung hatten wir aber ohne die Ursache des Fiebers gemacht. Als die Wirkung des Medikaments nämlich nachließ, ging es wieder von vorne los und zwar heftiger als vorher. Klar, durch die Fiebersenker werden zwar die Beschwerden gelindert, nicht aber die eigentliche Ursache des Fiebers. Die Viren oder Bakterien tobten ja in ihrem kleinen Körper trotzdem noch. Kurze Zeit später dann totaler Knock-Out mit 40.7°C und zeitweisem Schüttelfrost. Wadenwickel fielen deshalb auch aus. So ein Auf und Ab im Körper kann ja auch nicht gut sein, dachten wir uns. Da unser Mini-Menschen-Mädchen viel schlief, ausreichend trank, jederzeit ansprechbar war und scheinbar nicht extrem fieber3unter dem Fieber litt, beschlossen Guido und ich dann keinen fiebersenkenden Mittel mehr zu geben, sondern Frieda ausfiebern zu lassen.

Es waren für uns wirklich drei schrecklich anstrengende Tage. Tage, in denen wir uns Sorgen machten und immer wieder überlegten, ob unsere Entscheidung falsch sein könnte. Tage, in denen ich keinen einzigen Augenblick von Friedas Seite wich und einfach immer für sie da war. Für uns war es rückwirkend betrachtet, trotzdem es ein „Leben am Limit“ war, gut und richtig so. Frieda ist seit heute Abend fast wieder die Alte. Etwas schlapp ist sie natürlich immer noch. Von dem heutigen Tag (der Tag nach dem richtigen Kranksein) erzähle ich euch aber auch noch ausführlich. Andere Geschichte! Frieda hat ihren Infekt nicht nur überstanden, sondern diesmal auch selbst bekämpft!

Wie immer gibt es hier für mich kein allgemeingültiges Richtig oder Falsch. Wie sind eure Erfahrung mit Fieber? Bei welchen Temperaturen lasst ihr eure Mini-Menschen eher „ausfiebern“, ab wann greift ihr zu Medikamenten.

5 Comments

  • Mein Großer hatte letztes Jahr eine Lungenentzündung mit Fieber. Da waren wir gerade zur Kur und wurden nach der Diagnose ins kkh geschickt, wo ich erst mal angepampt wurde, warum ich denn bitte nicht gesenkt hätte. Das könne man pauschal ab 38,5 machen.
    Unser kinderdoc sieht das zum Glück anders, er meint: wenn es dem Kind echt scheisse geht, dann kann man senken.
    Beim Kleinen haben wir dann mal bei 39 Medizin gegeben und statt sich auf dem Sofa zu erholen, sprang er dank fiebersaft durch die Bude. Das kann’s ja nun auch nicht sein, die Krankheit ist ja weiterhin da und wird nur ubterdrückt bzw. die Symptome. Wie soll der Körper da ordentlich damit fertig werden. Seitdem wird hier echt nur noch gesenkt, wenn’s den beiden richtig dreckig geht, sie nichts mehr trinken wollen oder dabei schmerzen haben. Und nicht bei xx Grad.

    Gute Besserung weiterhin!

  • Wir halten es ähnlich, Fieber wird bei uns auch erst so ab 40 °C mit Medikamenten bekämpft, wenn sie komplett schlapp ist und auch nicht mehr trinken oder essen mag, sonst warte ich auch erstmal ab.
    Aber man sollte auch wissen, dass die Ki der nach ner längeren hohen Fieberphase gerne mal in die Untertemperatur rutschen.
    Alles Liebe und weiterhin gute Besserung

  • Das 3 Tage Fieber heißt bei uns auch 5 Tage Fieber. Meine Kleine und auch die Große haben es, zum Glück, schon durch. Die Kleine hat es 5 Tage lang. 5 Tage in denen meine grauen Haare (und ich bin erst 34) eindeutig mehr geworden sind.
    Ich muss gestehen, dass ich Angst vor Fieber habe. Und zwar wegen einem Fieberkrampf, den meine Große, damals 14 Monate jung durchmachte.
    Ich werde diesen Anblick niemals vergessen . Dieses hilflose dastehen als Mutter.
    Aber ich habe sofort bei 38.0 senken sollen. Im 4-Stunden Takt im Wechsel mit Ibuprofen und Paracetamol. Jetzt ist mir aber bewusst geworden, dass ich meine Angst (zum Wohle meiner Kinder) bekämpfen muss. Mir ist bewusst geworden, dass dieses „Medikamente-in-die-Kinder-Pumpen“ nicht mehr zu vertreten ist und das es doch etwas natürliches ist und ich in diesen Ablauf reinpfusche.
    Jetzt kämpfe ich jedesmal gegen meine Angst und versuche nicht immer sofort zu senken, sondern nur wenn ich merke das sie sich schlecht fühlen

  • Wir versuchen tendenziell auch immer erstmal abzuwarten und kein Zäpfchen zu geben. Aber zur Nacht hin geben wir dann meist eines bei hohem Fieber, damit unsere Tochter gut schlafen kann und die Temperatur nicht unbemerkt während alle schlafen noch viel höher steigt. Es war hier aber auch nie so, dass sie nach einem Zäpfchen putzmunter durch die Bude flitzt.
    Liebe Grüße und vor allem viel Gesundheit fürs neue Jahr

  • Ich ziehe meinen Hut vor euch!
    Jedes Elternteil, kennt wohl diese anstrengenden Tage, an denen die Kids richtig krank sind. Man schwankt zwischen mitleiden und dem Wunsch nach einer Pause. Zumindest ist es bei uns so. Wenn der kleine Krank ist, will er dass man rund um die Uhr an seiner Seite ist. Er braucht dann einfach viel Liebe, Aufmerksamkeit und hat ein enormes Kuschelbedürfnis.
    „Mama, komm mit“ ist in diesen Tagen der meist gehörte Satz. Gleichzeitig muss man aber nochwas getan bekommen. Besonders im Vorweihnachtschaos wie bei euch. Das ist die ultimative Geduldsprobe. Und dann von euch aus zu sagen, wir putschen die kleine Maus nicht mit Fiebersenkenden Mitteln, sondern lassen sie es kontrolliert ausstehen. Finde ich eine bemerkenswerte Leistung.
    Wir handhaben es bei unseren Jungs ähnlich. Wir warten immer erstmal ab, wie sich das Fieber entwickelt. Ob genug getrunken wird.
    Solange dies der Fall ist, lasse ich meine Kinder auch mit Fieber in Ruhe. Sollen sie ruhig den ganzen Tag dann auf dem Sofa liegen, Bücher und Fernseh gucken. Hauptsache Ruhe und Schonen. Erst wenn ich merke dass sie verzögert Reagieren, sich mit dem trinken schwer tun, oder das Fieber über 40°C geht, greifen wir zum Nurofen Saft.

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