bücher über HSK

empfindsam1REZENSION Im August dieses Jahres habe ich das erste Mal überhaupt von Hochsensibilität gehört. Als ich mich im Internet etwas eingelesen hatte, war mir sehr schnell klar, dass unsere Frieda ziemlich sicher zu den etwa 15 – 20% der hochsensiblen Menschen gehört. Und weil ich in meiner freien Zeit generell gerne, oft und viel lese, unglaublich gerne dazu lerne und mich weiterentwickle, habe ich mich umgehend mit einigen Ratgebern eingedeckt. Über diese unterschiedlichen Bücher habe ich kleine Rezensionen verfasst und für euch in diesem Beitrag kompakt zusammengefasst. So erhaltet ihr hoffentlich einen schönen Überblick über die gängigsten Bücher zur Hochsensibilität bei Kindern und könnt  für euch entscheiden, ob das ein oder andere Buch in euer Bücherregal wandern soll. Es ist ein sehr langer Beitrag geworden. Aus diesem Grund dient er aber auch vor allem dem gezielten Nachschlagen.

Empfindsam erziehen – Julie Leuze

empfindsam2Dieses Buch war der erste Ratgeber, den ich zu einem empfindsamen Umgang mit hochsensiblen Kindern gelesen habe und er machte mich mit jeder Seite immer neugieriger mehr darüber zu erfahren. Das Buch ist mir übrigens empfohlen worden und ich würde es auch jeder Mama ans Herz legen, die sich ganz langsam in die Thematik einlesen möchte. Als Einsteigerbuch war es für mich nämlich total super, da es nicht um wissenschaftliche Grundlagen und Forschungsergebnisse geht, sondern ganz konkret um Tipps, Ideen und Ratschläge für mögliche Alltagsprobleme mit einem HSK. Jedes Kapitel des Buches ist voller Erfahrungsberichte in Form von Interviews mit Eltern und deshalb absolut verständlich und leicht zu lesen. Es ist ein wahres Mut-Mach-Buch, beantwortet viele Fragen und nimmt den Eltern Unsicherheiten. Und es finden natürlich alle Phasen der Kindheit Berücksichtigung. Außerdem zeigt das Buch schöne Möglichkeiten sein hochsensitives Kind stets bedürfnisorientiert zu begleiten und ihm auf Augenhöhe zu begegnen. Toll.  Ich habe es jedenfalls verschlungen! Wer noch noch nicht so viel über Hochsensibilität bei Kindern weiß, greift zu dem schönen Ratgeber „Empfindsam erziehen“ aus dem Festland-Verlag für 17,40€.

Das hochsensible Kind – Elaine N. Aron

empfindsam3Ich glaube dieses Buch ist inzwischen zu einem echten Standardwerk für Eltern mit hochsensiblen Kindern geworden und gehört unbedingt in dein Bücherregal, wenn du vermutest, dass dein Kind zu den empfindsameren Menschen gehören könnte. In ihrem umfangreichen Ratgeber gibt Elaine N. Aron Hilfestellungen, wie man die Hochsensibilität seines Kindes erkennen und es seiner besonderen Empfindsamkeit gemäß fördern und begleiten kann. So startet dieses Buch mit einem Fragebogen für Eltern an dessen Ende man sich dann eigentlich ziemlich sicher sein kann. Einen großen Teil  dieses Ratgebers nehmen Grundlagen und Ergebnisse wissenschaftlicher Studien ein, die zwar nicht immer ganz super schnell und einfach zu lesen sind, aber so spannend und interessant, dass sie unbedingt bereichern. Auch in diesem Buch finden alle Phasen der Kindheit eine Berücksichtigung, die damit verbundenen besonderen Bedürfnisse werden erläutert und wie man seinem Kind am besten begegnet. Besonders schön finde ich, dass Elaine N. Aron nicht nur von der Andersartigkeit hochsensibler Kinder schreibt, sondern sie immer wieder als außergewöhnlich, besonders intelligent und kreativ, liebenswert, ausgeglichen und glücklich beschreibt. Nach dieser Lektüre kannst du die Hochsensibilität deines Kindes nicht nur annehmen, sondern sie auch genießen. Für mich trotz der ganzen Grundlagen irgendwie eine Liebeserklärung an HSK. Wow! Schön finde ich übrigens auch das Kapitel für die Lehrer. Am liebsten würde ich Friedas zukünftigem Lehrer bei der Einschulung dieses „Handbuch“ überreichen. „Das hochsensible Kind“ aus dem MVG-Verlag für 19,90€.

Mit feinen Sensoren – Lüling

Sehr leicht und verständlich werden die neurologischen und biochemische Grundlagen bei hochsensiblen Kindern erklärt und Unterschiede zum AD(H)S herausgestellt. Letztere kann nämlich aufgrund ähnlicher Erscheinungsmerkmale schnell von Lehrern und Fachleuten fehldiagnostiziert werden. In diesem Buch stellen die beiden Autoren die besonderen Eigenschaften hochsensitiver Kinder stets positiv vor und stellen vor allem auch die schönen Seiten, Möglichkeiten und unendlichen Potentiale der HSK heraus. Das finde ich sehr toll. Es ist kein problemorientiertes Buch, sondern bietet Lösungen und Ideen an und beschreibt ein besonders empfindsames Kind immer mit der wunderschönen Metapher eines „Orchideenkindes“ mit besonderen Fähigkeiten und Gaben. Orchideen gelten als zerbrechlich und unbeständig, bedürfen besonderer Pflege. Doch in der richtigen Umgebung blühen sie auf und sind schöner als alle anderen Pflanzen dieser Welt. Beim Lesen dieses Ratgebers hatte ich zwischendurch immer mal wieder kleine „Hänger“, kam nicht weiter und übersprang auch mal die ein oder andere Seite. Es ist ein etwas christlich geprägtes Buch und insgesamt trotzdem für mich eine bereichernde Ergänzung zu anderen Büchern über HSK. „Mit feinen Sensoren“ aus dem Team F.-Verlag kostet 12,80€.

Mein Kind ist Hochsensibel – Sellin

empfindsam5Nach den ersten Kapiteln war ich wirklich geflasht, wie toll positiv Rolf Sellin über hochsensible Kinder schreibt, die unsere Welt nunmal differenzierter und zugleich intensiver als andere Kinder wahrnehmen. Mit ihrer ganz eigenen Wesensart brauchen sie gezielte Unterstützung, damit sie sich respektiert und angenommen fühlen und das will der vorliegende Ratgeber vermitteln. In meinen Augen gelingt das dem Autor auch sehr gut, an manchen (konkreten Stellen) fehlen mir wirkliche Lösungsvorschläge. Klar, kann ein Buch niemals einen 100%igen Tipp aussprechen, aber es könnte Ideen anbieten. So fehlen mir u.a. in dem Kapitel „Wehr dich doch“, mögliche Alternativen zum Zurückschubsen oder -hauen. Was soll man dem HSK denn am besten sagen, wenn es in der KiTa mal in einen Konflikt gerät? Wir sagen unserer Frieda nie, dass sie sich wehren, sondern dass sie ganz laut „NEIN“ rufen oder sich Unterstützung bei den Erziehern holen soll. Ist das ein gangbarer Weg? Diese und noch einige andere sehr konkrete Fragen hätte der Ratgeber für mich noch beantworten können. Manchmal fehlt mir persönlich dann das Fazit. Bis auf dieses kleine Schwächeln ist das Buch wirklich großartig und voller tollem Input über hochsensible Menschen und dem elterlichen Balanceakt zwischen Schutz und Fordern. Das Buch ist für Interessierte, die gerade erst von einer möglichen Hochsensibilität gehört haben, genauso toll, wie für die, die schon vieles darüber wissen. Es ist nämlich ein überaus hilfreicher Ratgeber für den Umgang mit hochsensiblen Kindern. Hier gibt es übrigens ein Extra-Kapitel für Eltern, Erziehern und Lehrern, die ebenfalls hochsensibel sind, wertvolle Tipps, was sie für sich selbst tun können. „Mein Kind ist hochsensibel – was tun?“ aus dem Kösel-Verlag für rund 17,-€.

Leben mit hochsensiblen Kindern

empfindsam6Dieses Buch war das unterste in meinem Stapel der Bücher über die Hochsensibilität bei Kindern, hat mich aber von allen wirklich am meisten begeistert und „abgeholt“. In „Leben mit hochsensiblen Kindern“ gibt die Autorin auf viele meiner Fragen sehr klare, einfühlsame, gut lesbare und trotzdem wissenschaftlich fundierte Antworten. Zu fast jedem Kapitel gibt es (mindestens) eine Liste hilfreicher Ratschläge, die man sofort in die Tat umsetzen kann. Es geht um Dinge, die man tun oder sagen kann, damit sich das Kind in seiner Person angenommen und geliebt fühlt. Es geht aber auch darum, wie man Übergänge gut gestalten und das empfindsame Mini-Menschen-Kind zum ersten Schritt ermutigen kann. Einfach genial. Hier gibt es wirklich so richtig praktische Tipps für mögliche Schwierigkeiten, die im Alltag mit einem HSK auftreten können. Nicht alles muss natürlich für jede Familie passen, aber sicherlich findet jeder darin ein paar Ideen. Ich fühle mich durch das Buch total bestärkt, dass die Art und Weise, wie wir unserer Frieda begegnen, der absolut Richtige (für uns) ist. Super schön: Einige Teile des Buches sind noch den Besonderheiten der Schulzeit gewidmet. Super spannend und auch für mich jetzt schon ein sehr großes Thema. Puh! Es geht um Klassenreisen und darum, keine Freunde zu finden, einsam zu sein und gehänselt zu werden. Auch Lehrer und Erzieher finden hier sehr wertvolle Gedanken, die einen weiterbringen. Übrigens sind alle Vorschläge im Umgang mit dem sehr empfindsamen Kind auf den letzten Seiten des Buches noch einmal sehr kompakt zusammengefasst. Zum Nachschlagen perfekt. Der 3. Teil des Buches ist voller Übungen, Spiele und Mediationen für Eltern und ihre Kinder, die das Ziel haben, eine innere Haltung zu entwicklen und unsere wunderbaren Kindern stärker und selbstbewusster zu machen. Ich könnte noch so vieles mehr über diesen Ratgeber schreiben. Für mich persönlich ist es das beste Buch für Eltern mit hochsensiblen Kindern, die noch einiges an Input gebrauchen können. Es sollte in eurem Regal nicht fehlen. Leben mit hochsensiblen Kindern“ von Aurum für rund 20,- €.

Ich bin wie ich bin von Sabina Pilguj

Am Ende habe ich noch einen ganz besonderen Buchtipp für euch und eure Kinder. Es ist die Geschichte des hochsensiblen  Hundes Amigo, der besonders empfindsam ist und sich dadurch in der Welt da draußen manchmal fremd und unverstanden fühlt.  Doch Amigo geht, mit Hilfe seiner wundervollen Menschenfamilie, seinen Weg und hat für alle hochsensiblen Kinder ab 4 Jahren wertvolle Botschaften, die Mut machen, sich selbst anzunehmen. Kindliche Leser identifizieren sich sofort mit dem sympathischen Hund und seinen besonderen Wesenszügen und lernen so ein bißchen besser die Gabe der Hochsensibilität wertzuschätzen. Ich finde das Buch unglaublich toll und bin der Meinung, dass es so im Bücherregal eines jeden Kinderzimmers (nicht nur von hochsensiblen Kindern) stehen sollte. „Ich bin wie ich bin – genial und total normal“ von Sabina Pilguj aus dem ViaNaturale-Verlag für rund 15,- €. Zu dem Buch gibt es auch eine ganz süße Facebookseite und so wie ich dort gelesen habe, wird es bald ein Folge-Buch von Amigo geben. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich darauf es mit unserer Frieda gemeinsam zu lesen.

[Die Bücher sind Rezensionsexemplare der unterschiedlichen Verlage.]

3 Comments

  • Super vielen Dank für die Rezession, da werde ich mein Bücherregal mal etwas erweitern. Bisher habe ich nur „Hochsensibilität bei Kindern“ von Melanie S. Vita gelesen. Für den Einstieg war das schon ganz hilfreich da ich nun manche Situationen besser deuten kann. Liebe Grüße

  • Hey Julia,
    habe noch ein Buch gefunden. „Der Junge in der Nussschale“ von Anne Gauß. Ich habe das Buch gerade gelesen und finde es zauberhaft – nicht nur für mutistische Kinder (das eigentliche Zielpublikum), sondern auch für HSK, denn es bestärkt sie darin, auf sich selbst zu vertrauen. Wenn ich dazu komme, stelle ich es demnächst mal ausführlich auf meinem Blog vor. 🙂

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