einschlafbegleitung – freud & leid

ALLTAGSGESCHICHTE Ihr wisst mittlerweile sicherlich, dass wir als Familie sehr bedürfnis- und bindungsorientiert miteinander umgehen. Das hat bei uns Vorrang und steht also ziemlich weit oben in unserer Liste der wichtigsten Dinge, wenn nicht sogar an oberster Stelle. Dazu gehört für uns zum Beispiel unsere Tochter mit ihren Ideen und Vorstellungen sehr ernst zu nehmen und sie nach ihrer Meinung zu fragen, wenn es um das Essen, Kleidung oder Aktivitäten geht. Sie soll so viel es geht selbst entscheiden dürfen, weil unser aller Alltag ja ohnehin durch Arbeit und KiTa, Einkauf und Besorgungen, Haushalt und Co schon in einem für Kinder manchmal unvorteilhaftem Takt läuft. Auf das Begleiten von Friedas Gefühlen in oder nach einem Konflikt lege ich besonders großen Wert. Da bleibe ich meistens sehr gelassen. Das darf ruhig mal dauern und – ganz ehrlich – dann nehmen wir eben die nächste Bahn. Wir unterstützen unser kleines-großes Mädchen wenn sie unsere Unterstützung benötigt. Das sind ganz oft Situationen mit ihr fremden Menschen oder wenn sie die Worte und Witze anderer Leute für „bare Münze“ nimmt und deshalb verunsichert oder ängstlich ist. Bedürfnisorientiert und wertschätzend. Das sind für uns nicht nur Floskeln. All das tun wir auch nicht, weil es gerade angesagt ist. Es ist für uns ein Lebensgefühl. Dazu gehört u.a. auch unser Familienbett und die Einschlafbegleitung. Warum jene aber manchmal zu einem dicken Problem für mich wird, möchte ich heute erzählen.

Einschlafbegleitung im Familienbett

Wir lieben unser Familienbett. Das bleibt auch so lange, bis Frieda von ganz allein „auszieht“ und in ihrem Zimmer schlafen möchte. Wir üben nichts, trainieren nichts und fordern nichts. Sie soll ganz alleine den für sie richtigen Zeitpunkt auswählen. Denn nicht nur für sie ist Nähe, Geborgenheit, Vertrauen und Sicherheit wichtig, sondern auch für uns Erwachsene. Ich mag es zum Beispiel überhaupt gar nicht gerne allein zu schlafen und vermisse Guido in jeder Nacht, in der er auf dem Sofa eingepennt ist. Aus diesem Grund würde ich das Alleine-Schlafen auch niemals von Frieda verlangen. Ohnehin mögen wir alle das Kuscheln im Familienbett, das Erzählen vom Tag, das Lesen einer Geschichte und die ganzen anderen kleinen Rituale, die inzwischen alle dazu gehören. Es ist ganz sicher einer der allerschönsten Momente eines jeden Tages. So viel Liebe, so viel Wärme, so viel Innigkeit – alle zusammen. Ich könnte ewig so weiterschwärmen und unsere Freude an der Einschlafbegleitung im Familienbett beschreiben. Guido liest die Gute-Nacht-Geschichte vor und dabei schläft unsere Frieda dann sehr entspannt ein. Es ist einfach zu schön. Dass Friedas Papa ihr noch ein „Schlaf gut und träume süß!“ ins Ohr säuselt, bekomme ich dann wohl schon nicht mehr mit, denn meistens bin ich dann auch einschlafbegleitet worden und träume auch bereits von Conni oder Drache Kokosnuss.

Einschlafbegleitung für zwei

Es ist einfach so, dass ich am Ende des Tages doch total müde bin. So müde, dass ich bei Guidos Geschichte einschlafe und oft das Ende gar nicht mehr mitbekomme. Macht doch nichts, denkt man vielleicht. Ich brauch wohl den Schlaf. Ja. Macht auch nichts. Eigentlich. Denn eigentlich hätte ich auch noch etwas zu tun. Der Haushalt oder Beiträge für den Blog dürfen bei akuter Müdigkeit auch gerne mal den ein oder anderen Tag länger liegen. Das stresst mich niemals. Ganz nebenbei bin ich aber ja auch noch Lehrerin und da bringt man sich noch ziemlich viel Arbeit für’s Home Office mit nach Hause. Da ich nachmittags am liebsten Zeit mit der Familie verbringe, verlege ich die anliegende Arbeit in die Abendstunden. Da ich abends aber dann meistens bei der Einschlafbegleitung unserer Frieda ebenfalls einschlafe,… Ihr könnt es euch denken. Muss ich tatsächlich manchmal nachts nach den ersten Stunden Schlaf oder wenigstens morgens sehr, sehr früh aufstehen, damit ich noch etwas erledigen kann. Irgendwie muss ich für mich mal einen etwas anderen Weg finden. Es ist jetzt nicht der totale Horror für mich, denn wer abends schon kurz nach dem Sandmann einschläft ist morgens um 4 Uhr schon topfit, aber das kann doch eigentlich nicht so weitergehen. Es gibt ja auch noch andere schöne Dinge. Gemütlich auf dem Sofa Lesen, in die Badewanne gehen, den Tatort schauen, mit dem Partner kuscheln, Nähen und natürlich das Schreiben.

Gibt es für eure Kinder eine Einschlafbegleitung? Wenn ja, was macht ihr, damit ihr nicht auch einschlaft?

1 Comment

  • Hallo, ich finde es toll wie ihr das macht und es ist genau richtig. Wir begleiten unsere beiden Jungs auch in den Schlaf. Allerdings schlafen sie meist im eigenen Bett. Der Große(4) hat ein 140er Bett und der kleine(2,5) schläft meist bei ihm mit im Bett. Wir bleiben so lange bei ihnen im Bett bis sie eingeschlafen sind. Der Große schläft innerhalb von Minuten nach der Geschichte ein. Der Kleine braucht zur Zeit sehr viel länger…und will dann manchmal bei sich im Bett oder bei uns schlafen….. Das darf er dann auch….. Uns passiert es auch manchmal, dass wir mit einschlafen…. Morgens wachen wir in der Regel immer zu viert im Bett auf ;p… Das ist unsere Form von Familienbett

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