weghören unmöglich!

weghoeren1ALLTAGSGESCHICHTE Jeden Tag trefft ihr auf unzählige Menschen. Immer und überall. Auf der Arbeit, beim Einkaufen und in eurer Freizeit.  Ihr habt höchstwahrscheinlich auch recht häufig Kontakt zu anderen Eltern, denn mit euren Mini-Menschen besucht ihr ja nunmal das Kinderturnen oder die Schwimmstunde, seid ständig auf Spielplätzen oder anderen Orten mit Familienansammlungen. So geht es mir natürlich auch und es gibt unzählige Situationen, bei denen ich einfach nicht weghören kann. Ich bin wahrlich nicht pedantisch, nicht der Typ Besserwisser und mische mich schon gar nicht in die Erziehung anderer Familien ein – es sei denn es ist körperliche Gewalt im Spiel. Ich lästere nicht mit anderen Mamas über wieder andere und lasse andere Menschen auch wirklich gerne so leben, wie sie es können und wollen. Darüber hinaus gibt es aber Fälle, die lassen mich (nicht nur innerlich) den Kopfschütteln. Die machen was mit mir, die beschäftigen mich, die stoßen einen Prozess in mir an. Da frage ich mich, ob die Leute eigentlich wissen, was sie da mit ihrem Kind tun?

wenn Liebe zum Druckmittel wird

weghoeren2Es geht mir dabei übrigens nicht um die Frau, die morgens in unmittelbarer Nähe zu uns im Bus sitzt, ihrer 5 jährigen Tochter das „ABC“ beibringt und dieser dadurch leider das Lesenlernen etwas erschweren wird. Das wissen nunmal sehr viele Leute nicht und trotzdem können all‘ diese Mini-Menschen ja früher oder später lesen. Was mich so richtig berührt sind Situationen, in denen die bedingungslose Liebe der Kinder zu ihren Eltern in Frage gestellt wird und bewiesen werden muss. Dann, wenn die Liebe als Druckmittel eingesetzt wird. Klar, Strafen sind schlimm und ein Liebesentzug auch. Immer, wenn ein deutliches Machtgefälle zu spüren ist, wird mir oft schon anders, aber in den meisten Fällen kann ich mich da ganz gut abgrenzen. Ein: „Komm‘ doch. Trau dich für mich. Bitte… Versuch es doch wenigstens einmal. Mach es für mich!“ allerdings, ist für mich so richtig unfassbar furchtbar. Es ist in meinen Augen mindestens der gleiche psychische Druck, wie bei Strafen und Co. Eigentlich finde ich ihn sogar noch schrecklicher, denn er hallt noch viel mehr nach. Bestimmt nicht nur in mir als Zuhörer. Wissen die Leute eigentlich, was sie da sagen? Wissen sie, was sie da verlangen? Das Kind soll durch Kooperation, sein Verhalten und sein Tun die Liebe zu seinen Eltern beweisen. Tut es das nicht, wird die Liebe in Frage gestellt bzw. nicht erwidert. Alles schon gehört. In der Schule, auf dem Spielplatz, aber auch beim Schwimmkurs. Und genauso schrecklich wie „Dann hat Mama dich nicht mehr lieb!“ sind solche Sätze für mich.

Jeder Mensch ist anders und reibt sich natürlich an unterschiedlichen Dingen auf. Dies hier ist so eine Situation, in der ich nicht nur nicht weghören kann, sondern sie auch noch länger wie ein Päckchen mit mir herumtrage. Habt ihr schon Situationen anderer Familien mitbekommen, in denen eine Äußerung oder Handlung etwas mit euch „gemacht hat“ und länger nachhallt? Welche war das?

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.