„…dann hau‘ doch zurück!“

ALLTAGSGESCHICHTE Im Sommer wird unsere Frieda in die Ü3-Gruppe ihrer KiTa wechseln. Dank des Personalschlüssels bedeutet das wahrscheinlich: Mehr Kinder und mehr Situationen, in denen sie sich ohne intensivere Begleitung eines Erwachsenen zurecht finden muss bzw. zuerst aktiv Unterstützung einfordern muss. Ich höre natürlich schon die Unkenrufe. „So ist nunmal das Leben. Das muss sie lernen. Da muss sie durch.“ Ja, unsere Gesellschaft ist tatsächlich wunderschön gemischt und die meisten Menschen lernen irgendwann und irgendwie mit den unterschiedlichsten Menschen und Situationen angemessen umzugehen.

Auf das „echte“ Leben vorbereiten

Wir alle wünschen uns für unsere Kinder, dass sie zu tollen Leuten heranwachsen. Wir wollen, dass sie keine Duckmäuser werden und sich alles gefallen lassen, aber auch keine Draufgänger, die andere schlagen, schubsen oder treten. Wir wünschen uns kleine Lieblingsmenschen, die irgendwann wissen, wann sie selbstbewusst und mutig voranschreiten, für sich und ihre Wünsche einstehen, diskutieren und kämpfen. Sie sollen ebenfalls spüren, wann sie sich Unterstützung rufen, wann sie freundlich lächeln und winken und auch wann sie sich vielleicht besser wortlos umdrehen und gehen. Wie aber gelingt das? Was gibt man seinem Kind mit auf den Weg? Und wenn es dann noch introvertiert und besonders empfindsam ist?

bedingungslose liebe & Sicherheit

Aus meiner Arbeit als Lehrerin weiß ich, dass wirklich viele Eltern (es sind mehr als du denkst!) ihren Kindern ein „…dann hau‘ doch zurück!“ mit auf den Weg geben. Der Nachwuchs müsse sich eben nicht alles gefallen lassen und soll sich zur Wehr setzen. Den oder ähnliche Sätze hat unsere Frieda noch nie von uns gehört. Wird sie von uns auch nicht. Was aber geben wir ihr mit auf dem Weg, der noch oft genug steinig werden wird? Wir geben ihr bedingungslose Liebe und Vertrauen. Wir vertrauen ihr und ihren Fähigkeiten. Wir glauben an sie und unterstützen sie, wenn sie alleine gehen möchte. Aber wir zeigen ihr auch, dass wir da sind und sie sich auf uns verlassen kann, wenn sie umkehrt und diesen Weg doch (noch) nicht alleine schafft. Sie weiß, dass wir ihr Sprachrohr sind, wenn sie sich nicht zu sprechen traut, dass wir ihr Rettungsanker sind, sie auffangen und begleiten. Und sie kann sich sicher sein, dass wir ihre Hand halten, ihr Mut zu sprechen und einfach immer für sie da sind. Das ist der Nährboden für alles andere. Da sind wir uns sicher. So gewappnet kann unsere Frieda alles schaffen – erst recht den Wechsel in die Ü3-Gruppe ihrer KiTa.

Wie klappte bei euch der Wechsel in die Ü3-Gruppe? Und was ist für euch das Wichtigste, was man seinen Kindern mit auf den (Lebens-) Weg geben kann?

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