buchtipp: „kindheit ohne strafen“

REZENSION Dass Katharina Saalfrank, die vor einigen Jahren einmal als RTLs „Super Nanny“ bekannt wurde, mittlerweile für einen sehr wertschätzenden und beziehungsorientierten Umgang mit Mini-Menschen-Kindern steht, wusste ich schon länger. Im Herbst 2017 habe ich nämlich einen „Kinder Besser Verstehen“ – Elternkurs nach Saalfrank besucht und war echt begeistert. In diesem Kurs wurde die Bedeutung von Wutanfällen und wie man sie respektvoll begleiten kann, die KiTa-Eingewöhnung und der KiTa-Alltag genauso besprochen, wie schöne Ideen entwickelt, wie wir Eltern unseren Alltag noch stressfreier und dafür freudvoller gestalten können. Ob jetzt das Losgehen zur KiTa, die Gewohnheiten und Rituale am Abend, das Einschlafen oder der Weg von täglichen Machtkämpfen auf dem Spielplatz oder beim Zähneputzen in der Autonomiephase, bei diesem Kurs kam wirklich alles auf den Tisch. Nun habe ich seit einiger Zeit das neue Buch von Katharina Saalfrank auf meinem Stapel ungelesener Bücher liegen und komme, weil ich so viel über Hochsensibilität lesen wollte, erst jetzt dazu es euch ausführlich vorzustellen. Eins sei aber von Anfang an gesagt: Das Buch ist toll, toll, toll. Selten habe ich einen besseren und praxisorientierteren Ratgeber gelesen.

Echter Ratgeber, der wirklich Rat gibt

Ein Konflikt zwischen zwei Menschen entsteht, wenn die Bedürfnisse dieser zwei Personen aufeinandertreffen. Konflikte sind anstrengend und machen auch auf emotionaler Ebene etwas mit uns. Was also tun? Viele Eltern greifen in der „Not“ zu Strafen und Konsequenzen, die mit dem eigentlichen Konflikt nicht mehr viel zu tun haben. Weil das Kind sich zum Beispiel nicht bereitwillig die Zähne putzt, wird der neue Spielzeug-Bagger für 3 Tage eingezogen und das Kind muss zur Strafe heute auch noch alleine einschlafen. Manche Eltern drohen vielleicht mit wenn-dann-Sätzen oder erteilen Fernseh- oder Computerverbot. Es wird geschimpft, geschrieen und manipuliert, abgelenkt, gelockt oder gar erpresst. Erwachsenen reagieren auf einen Konflikt mit ihren Mini-Menschen oft total unreflektiert. Sie agieren, wie sie früher selbst von ihren Eltern behandelt wurden oder haben ein „tollen Tipp“ bekommen oder gelesen. In Ratgebern halten sich solche Strategien nämlich leider immer noch sehr hartnäckig. Katharina Saalfrank macht es anders. Sie zeigt dem Leser, dass diese ganzen Methoden zwar kurzfristig funktionieren, langfristig  aber einen echten Schaden in der Kinderseele anrichten. Kinder erleben durch Strafen nämlich Demütigung, Ablehnung, Vertrauensverlust, und außerdem wird das Familienklima wird durch Machtkämpfe vergiftet. So beschreibt die Pädagogin in diesem Buch, warum ein bindungsorientierter und wertschätzender Umgang mit Kindern so toll und wichtig ist. Klar, jede Familie ist anders und es gibt nicht DIE perfekte und richtige Methode, aber anhand zahlreicher Erfahrungsberichte aus dem Alltag von Familien mit Kindern zeigt Katharina Saalfrank großartige Handlungsalternativen auf. Dabei geht sie auf die Gefühlswelt der Kinder und Eltern ein und erläutert, wie wertschätzende Beziehung und Kommunikation einen anderen Umgang mit Stresssituationen möglich machen. Theorie, Praxis, viele Beispiele und vor allem auch echte Lösungsideen, die man sofort in die Tat umsetzen kann. Übrigens bezieht Katharina Saalfrank zu ihren früheren Methoden aus der „Super Nanny“-Sendung Stellung. Das beweist echt Rückgrat, finde ich!

Eines der Besten Bücher im Regal

Ich habe wirklich schon viele, viele Erziehungs- und Beziehungsratgeber gelesen. Zahlreiche von diesen Büchern sind auch ehrlich gut, nur wenige allerdings außerordentlich. „Kindheit ohne Strafen“ von Katharina Saalfrank gehört definitiv zu den besten Exemplaren in meinem Bücherregal. Während in den meisten Ratgebern zwar die grundlegende Theorie und viele Beispiele die Problemsituationen beschreiben und erklären, fehlen aber oft die echten Tipps. Das neue Buch von Saalfrank  liefert diese Lösungsvorschläge, die ich oft vermisse. Erschienen ist „Kindheit ohne Strafen“ Anfang Dezember im Beltz-Verlag. Wer von euch kennt es schon?

[Das Rezensionsexemplar wurde uns von Beltz zur Verfügung gestellt.]